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Osteoporose, aktuelleRisikoabschätzung

Medizinischer Hintergrund

Der Knochenapparat des Menschen ist kein starres System, sondern auch die Knochenmasse befindet sich wie andere Gewebe in einem Gleichgewicht aus Auf- und Abbau. Bei der Osteoporose ist dieses Gleichgewicht in Richtung Knochenabbau verschoben. Im Verlauf der Erkrankung kommt es so zu einer Verringerung der Knochendichte. Die Mikroarchitektur verändert sich und verliert ihre Festigkeit. Mit der geringeren Stabilität wächst die Gefahr von Knochenbrüchen.

Allein in Deutschland leiden rund 7 Millionen Menschen an Osteoporose. Etwa 80% aller Erkrankten sind Frauen in der Menopause, da die mit den Wechseljahren einhergehenden hormonellen Umstellungen unter Umständen zu einer Beschleunigung der Krankheit beitragen. Doch nicht nur Frauen, sondern auch Männer sind zu 20% von dieser Erkrankung betroffen.
Es gehört zu den erschreckenden Erkenntnissen, dass diese Krankheit in 50% aller Fälle zu spät diagnostiziert und behandelt wird. Dabei sind die Spätfolgen der Osteoporose für die Betroffenen schwerwiegend und oft sehr schmerzhaft: Zusammensinken der Wirbelkörper, wiederholte Knochenbrüche, Oberschenkelhalsbrüche.

Vorsorgeprofil und Handlungsoption

Mit Hilfe der labormedizinischen Diagnostik kann der aktuelle Stoffwechsel des Knochens beurteilt werden. Zunächst wird die Frage beantwortet, ob die Krankheit bereits manifest ist. Um Aussagen über Osteoporose-Vorgänge treffen zu können, wird der Knochenaufbau (Ostase) sowie der Knochenabbau (mittels Beta-Crosslaps und Pyridinoline) analysiert. Außerdem erfolgt die Untersuchung von Parametern, die darauf hindeuten, dass Mangelerscheinungen (Calcium, Vitamin D, anorganisches Phosphat) vorliegen, die zu einer nicht optimalen Calcium-Anreicherung im Knochengewebe führen und so die Krankheit zum Ausbruch bringen können.

Für die Verlaufskontrolle einer antiresorptiven Knochentherapie eignet sich das aufgeführte Prokollagen-I-C-Propeptid, das – wie die Ostase – als Indikator für die Knochenneubildung gilt. Sollte eine beginnende Osteoporose diagnostiziert werden, kann frühzeitig eine vorbeugende Behandlung erfolgen und die Gefahr von Frakturen gesenkt werden. Neben einer medikamentösen Behandlung durch den Arzt sollten Betroffene vorbeugend oder therapiebegleitend unbedingt auf eine ausreichende Aufnahme von Vitamin D und Calcium achten. Vorsicht: Stoffe wie beispielsweise Schokolade, Alkohol und Nikotin wirken sich negativ auf die Calcium-Bilanz des Körpers aus. Im Übrigen hilft regelmäßige körperliche Bewegung, Brüchen vorzubeugen.

Personenkreis und Indikation

  • Frauen: etwa 2 Jahre nach dem Ausbleiben der letzten Regelblutung
  • Frauen mit familiärer Vorbelastung
  • Knochenbrüche aus geringfügigem Anlass
  • Bewegungsarmut
  • Männer über 65 Jahre

Analysen

Bei Überschneidungen mit anderen Profilen werden niemals Parameter doppelt untersucht und/oder abgerechnet.

Materialhinweise
1 zweiter Morgenurin
2 Serum binnen 30 Minuten vom Blutkuchen trennen

Pos.
Nr.
Untersuchungs-
bezeichnung
Untersuchungs-
ziel
Material GOÄ-
Ziffer
Preis
in €
1 Ostase Knochenaufbau Serum 4062 27,98
2 Crosslaps Knochenabbau Serum 4062 27,98
3 Pyridinolin (Desoxypyridinolin wird gleichzeitig analysiert, aber nicht berechnet.) Knochenabbau Urin1 4078 33,22
4 Calcium Knochenaufbau Serum 3555 2,33
5 Anorganisches
Phosphat
Calcium-Stoffwechsel frisch getrenntes Serum2 3580.H1 2,33
6 Vitamin D3 Calcium-Stoffwechsel lichtge-
schütztes Serum
4138 27,98
7 Parathormon intakt Nebenschilddrüse EDTA-Plasma 4056 27,98
8 Prokollagen-I-Propeptid Therapiekontrolle Serum A4054 27,98